|
Presseerklärung des Virtuellen Ortsvereins der SPD vom 08.03.2001 Give e-commerce a chanceBerlin. Die aktuelle Diskussion um die Musiktauschbörse Napster zeigt sehr deutlich, was die Firmen wirklich von E-Commerce halten und wie wenig sie das Internet verstanden haben. Der Virtuelle Ortsverein der SPD (VOV) ist erschreckt über das Ausmaß an Ignoranz, das die großen Musikfirmen an den Tag legen. "Hier lassen die musikalischen Grosskonzerne eine sehr große Chance verstreichen. Sie zeigen ebenfalls, wie wenig sie in Wirklichkeit vom Internet verstehen. Mich stimmt das sehr traurig!", so Arne Brand, der Pressesprecher des VOV. Der Verband der amerikanischen Musikindustrie hatte Napster auf Betreiben der großen Musikkonzerne wegen Verletzung des Urheberrechts verklagt. Das Gericht entschied nun weitestgehend zugunsten der Musikkonzerne und verlangte von Napster die Entfernung von einer Million urheberrechtlich geschützter Titel aus dessen Angebot. Vorausgegangen war allerdings ein Vergleichsangebot, in dem Napster die Zahlung von einer Milliarde US-Dollar im Ausgleich für die Einstellung des Verfahrens anbot. Napster hatte angekündigt dieses Geld durch Mitgliedsbeiträge zwischen 3 und 10 US-Dollar im Monat wieder hereinzuholen. Die Akzeptanz unter den Napster-Nutzern war erstaunlich hoch. So wären die allermeisten bereit gewesen diesen geringen Obulus zu entrichten, um weiterhin auf die bekannte und bewährte Technik von Napster zurückgreifen zu können. "Dies wäre eine revolutionäre Vertriebsmethode geworden. Das unschlagbare Argument von Napster ist, dass jeder genau für die Musik bezahlt, die er haben möchte und nicht für eine ganze CD, wenn ihn nur ein Titel interessiert. Außerdem hätte man eine einzigartige Archivierungsmöglichkeit gehabt.", urteilt Brand über das Angebot von Napster. Die Ausschlagung des Angebots durch die Musikkonzerne zeigt sehr deutlich auf, wie ernst es ihnen wirklich mit dem Nutzen der neuen Möglichkeiten des Internets ist. "Wenn e-commerce mehr sein soll, als nur eine leere Worthülse, dann muss diese Chance jetzt ergriffen werden", so Brand. Im Internet bieten sich dem Nutzer zahlreiche Ausweichmöglichkeiten, wie etwa gnutella oder Audiogalaxy. Wenn der Gerichtsbeschluss durchgesetzt und Napster geschlossen würde, dann würden die Nutzer einen anderen Dienst auswählen. "Die Musikindustrie würde zahllose Prozesse führen und doch würden Musikdateien immer weiter über das Internet gehandelt. Diesen Umstand haben die Musikkonzerne schlicht und ergreifend noch nicht verstanden, sonst würden sie diese einmalige Chance ergreifen und Napster und dem e-commerce eine Chance geben", so Brand abzuschließend. |