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Presseerklärung des Virtuellen Ortsvereins der SPD vom 08.02.2002 Der Monopolist und die DemokratieBerlin. Der Virtuelle Ortsverein der SPD (VOV) verurteilt die Angriffe des deutschen Geschäftsführers des Software-Konzerns Microsoft, Kurt Sibold, auf den Deutschen Bundestag. "Die Äusserungen haben den Rahmen einer sachlichen Kritik weit hinter sich gelassen. Bösartige Propaganda darf keine erfolgreiche Verkaufsstrategie sein!", so Arne Brand, der Pressesprecher des VOV. In einem offenen Schreiben beruft sich Microsoft Geschäftsführer Sibold auf die Störung demokratischer Prozesse. Dabei mutet es nach Meinung der Sozialdemokraten schon etwas seltsam an, wenn sich gerade Microsoft auf die Vielfalt der Demokratie beruft - eine Vielfalt, die Microsoft im Softwaremarkt in den vergangenen zwei Dekaden immer wieder bewusst zerstört hat. Der Bundestag hat Alternativen zu Microsoft-Produkten in Erwägung gezogen - Alternativen, die auch von europäischen Softwareentwicklern geschaffen worden sind. "Die Entscheidung des Parlamentes des größten europäischen Landes für Produkte europäischer Entwickler hätte eine große Signalwirkung gerade auch für die Wirtschaft", erläutert Brand weiter, "denn der Deutsche Bundestag könnte mit seiner Entscheidung ein positives Beispiel geben - für mehr Marktwirtschaft, für die Unterstützung kleiner Unternehmen und für eine Technologie der Zukunft" Der entscheidende Punkt, der fuer den Einsatz von sog. Open-Source Produkten, spricht, ist die Sicherheit. Der Quellcode der Programme liegt hier in überprüfbarer Form offen. Bei Microsoft-Produkten kann dagegen nicht sichergestellt werden, ob nicht Microsoft oder amerikanische Behörden unbefugterweise Daten des Deutschen Bundestages lesen. In der Vergangenheit konnte diese Möglichkeit bei manchen Produkten nicht ausgeschlossen werden. Darüber hinaus konnte auch Sibold nicht verleugnen, dass fuer Open- Source Produkte weder Beschaffungs- noch Lizenzkosten anfallen, ganz im Gegensatz zu Microsoft-Produkten. Die äusserst restriktive und immer wieder neue Lizenzpolitik den Kostenfaktor bei Microsoft in schwindelnde Höhen treibt, die Entscheidung für Open-Source-Produkte sehr viel Geld sparen würde und ein aktiver Beitrag für den europäischen Arbeitsmarkt wäre. "Daneben gewährleisten Open-Source-Produkte auch Zukunftssicherheit durch die Verwendung offener Standards", zählt Brand auf. "Außerdem sollte es im Deutschen Bundestag so sein wie auch bei allen anderen Ausschreibungen - der Bessere gewinnt. Das musst nicht immer Microsoft sein!" |