Presseerklärung des Virtuellen Ortsvereins der SPD vom 29.03.2000

Im Netz ist alles vernetzt

Berlin. Im Netz ist alles vernetzt

BILD hatte heute eine saftige Zeile: "Familien-Ministerin vermittelt Callboys" und der Vorwurf an das BMFSFJ lautet, von seiner Homepage aus eine Verknüpfung auf Teenie-Sex Anbieter gesetzt zu haben.

"Hier wird übelste Polemik gegen das Bundesfamilienministerium betrieben. Im Netz ist alles vernetzt und die moraltriefenden Kommentare von CDU-Politikern kommen wie Steine aus dem Glaushaus," so Arne Brand, Pressesprecher des Virtuellen Ortsvereins der SPD (VOV).

So sprach die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU- Bundestagsfraktion, Maria Böhmer, von einem "erschreckenden Vorfall" und daß sie "entsetzt" gewesen sei, als sie "entdeckte, daß über das Bundesministerium ein Zugang zu hartem pornografischen Material besteht". "Ich zweifle ernsthaft, daß Frau Böhmer überhaupt weiß, wovon sie redet. Sie ist nicht einmal mit einer eigenen Homepage im Internet vertreten.", so Brand weiter, "gleichzeitig könnte ich mich auch "entsetzt" darüber zeigen, wie einfach es ist von den Webseiten der CDU zu pornographischen Angeboten zu gelangen - und das sogar auf mehreren Wegen!" Die Internet-Experten der SPD ließen ihrem Verdacht Taten folgen und zeigten auf, wie einfach es ist von der Homepage der CDU zu pornographischem Material zu gelangen. Zum einen kommt man über die Homepage der CDU über http://www.cdu.de/surfen/smachine.htm z.B. zu http://de.yahoo.com/ und von dort zu http://de.dir.yahoo.com/Gesellschaft_und_Soziales/ und somit auch http://de.dir.yahoo.com/Gesellschaft_und_Soziales/Sexualitaet/. Dort ist man schon am Ziel seiner pornographischen Wünsche. Es geht aber auch noch einfacher: http://www.cdu.de/surfen/smachine.htm http://www.flix.de/ http://www.flix.de/cgi-bin/flix/browse.pl/mto?Pfad=0107000000000000 http://www.flix.de/cgi-bin/flix/browse.pl/mto?Pfad=0107200000000000. So kommt man in nur 4 Schritten von der CDU in die moralische Unterwelt.

Diese Beispiele zeigen aber sehr deutlich das eigentliche Problem auf: Von den entsprechenden Webseiten des Familienministeriums und der CDU wurden Links auf Internetverzeichnisse, sog. Suchmaschinen oder Portale gesetzt. Diese Verzeichnisse beinhalten einen Überblick über das gesamte Spektrum der im Internet vertretenen Inhalte, natürlich auch solche, die nicht jedermanns Geschmack entsprechen. Das Familienministerium reagierte - im Gegensatz zur CDU - prompt und entfernte den fraglichen Link. "Damit wurde aber auch die Möglichkeit entfernt, sich in der Suchmaschine über Babynahrung oder Modetipps zu informieren. Dieses Beispiel zeigt deutlich, daß es nicht möglich ist eine pauschale Kontrolle im Internet durchzuführen. Darum warnen wir noch einmal ausdrücklich vor einer pauschalen Verurteilung des Internets!", erläutert Brand weiter.